Freiwillige Feuerwehr Steinberg am See

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Geschichte

(Aus der Festschrift Fahnenweihe FFW Steinberg vom 18.-21. Juli 1980)

"Morgen feiert die hiesige Feuerwehr das Fest des 100jährigen Bestehens. Zwar trat der Verein erst zu einem späteren Zeitpunkt dem Verband bei, doch steht als Gründungsjahr das Jahr 1850 einwandfrei fest. Zahlreiche Vereine aus nah und fern haben sich schon angemeldet. Um 10.00 Uhr wird in der Kirche der Festgottesdienst abgehalten werden und um 14.00 Uhr der große Festzug stattfinden. Anschließend wickeln sich die Feierlichkeiten am Festplatz ab".

Diese Zeitungsnotiz vom 29. Juli 1950 kündigte in Steinberg ein Großereignis, nämlich das 100jährige Gründungsfest der hiesigen Wehr an. Die gesamte Umgebung freute sich mit den Steinbergern, wie ein Ausschnitt derselben Tageszeitung vom 3. 8. 1950 beweist:

"Das 100jährige Jubiläum der hiesigen Feuerwehr am vergangenen Sonntag führte aus nah und fern viele Festgäste zusammen. Steinberg dürfte eine der ältesten Feuerwehren in ganz Bayern besitzen. Sie wurde 1850 vom Grafen Reisach gegründet. Bereits in den frühen Morgenstunden trafen aus der ganzen Umgebung die Feuerwehren ein und wurden festlich empfangen. Nach dem Festgottesdienst, den H. H. Benefiziat Dietheuer hielt, fand am Kriegerdenkmal eine Totengedenkfeier statt. Nach der Rückkehr auf den Festplatz hielt Ehrenvorstand Hiltl eine Begrüßungsansprache. Der große Festzug am Nachmittag bot ein prächtiges Bild. Die Steinberger hatten alles getan, um den Ort in ein festliches Gewand zu kleiden. Beim Festakt auf dem Festplatz, an dem auch Landrat Dr. Haschke und Kreisbrandinspektor Zeininger aus Burglengenfeld teilnahmen, kam in den Ansprachen immer wieder der hohe Sinn des Feuerwehrgedankens, Einer für alle, alle für einen' zum Ausdruck. KBI Zeininger konnte an 29 Jubilare Ehrenurkunden für treue Dienstleistung in der Feuerwehr überreichen. Nach der Verteilung der Erinnerungsbänder vereinigte ein frohes und gesellschaftliches Beisammensein die Festteilnehmer noch für Stunden".

25 Jahre zuvor hatte man die neue Fahne geweiht, auf der auch das Gründungsjahr 1850 eingestickt ist. Was stand also nun im Wege, 1980 das 130jährige Bestehen zu feiern? Nun, das große Erwachen kam erst, als die jetzige Feuerwehrspitze in Steinberg etwas misstrauisch wurde, da die umliegenden Wehren samt und sonders erst um 1870/1880 gegründet wurden. Und so begann man mit dem Recherchieren an allen möglichen Ämtern und Behörden und am Ende stand die doch etwas ernüchternde Feststellung: die Freiwillige Feuerwehr Steinberg wurde erst "im Jahre 1885" gegründet. Als dann das Bezirksamt bei der Gemeindeverwaltung im Jahre 1898 genauer nachfragte, teilte man ihm am 18.5.1898 mit, dass "die freiwillige Feuerwehr Steinberg laut Grundbuch am 17. August 1884 gegründet wurde". Dieses Datum stimmt auch mit dem Datum überein, das in dem Akt der Regierung aufgeführt ist, wie 1974 Oberregierungsarchivrat Dr. Seitz (Bayerisches Staatsarchiv Amberg) bestätigte.

Haben nun die Väter der Steinberger Wehr "aufs Geradewohl" ein 75- bzw. 100jähriges Jubiläum gefeiert, ohne sich Gedanken über das tatsächliche Gründungsjahr zu machen? Mit Sicherheit nicht, denn als man die (jetzige alte) Fahne weihte, stützte man sich unter Umständen auf ein 50jähriges Jubiläum im Jahre 1900. Und da gab es ja bestimmt noch lebende Zeugen des Gründungsjahres oder zumindest war die mündliche Überlieferung noch so gut, dass man ohne Schwierigkeiten 50 Jahre rekonstruieren konnte. Auch 1950, als der damalige Kommandant Martin Rothut ("Picher") das Fest vorbereitete, gab es von amtlichen Stellen keinerlei Einwände, so dass die Feststellung in der damaligen Tagespresse "Steinberg dürfte eine der ältesten Feuerwehren Bayerns sein" gar nicht so aus der Luft gegriffen zu sein scheint. Freilich, die offizielle Organisation und Eingliederung in einen übergeordneten Verband geschah erst 1884. So genau nahm man dann auch in den Folgejahren das Gründungsjahr nicht, wie ein Schreiben von der Gemeindeverwaltung Steinberg an das königliche Bezirksamt Burglengenfeld vom 24.11.1905 beweist:

"Es wird hiermit dem königlichen Bezirksamte berichtet, dass die freiwillige Feuerwehr in Steinberg im Jahre 1885 gegründet wurde. Vorstand ist Förster Mosburger und Kommandant ist Josef Bittlinger". Unterzeichnet war dieses Schreiben vom damaligen Bürgermeister Zizler. Dies ist wohl das älteste Dokument, das für die jetzige Wehr "aufzutreiben" war. Überhaupt fehlt es an schriftlichen Aufzeichnungen bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts fast völlig, so dass es schwer fällt, eine lückenlose Geschichte der Steinberger Feuerwehr auch nur annähernd wiederzugeben.

Blenden wir deshalb zunächst auf die Geschichte des Feuerschutzes allgemein zurück. Schon in frühester Zeit mußte man sich ja mit Schutzmaßnahmen gegen ausbrechendes Feuer ebenso befassen wie mit Löschmaßnahmen im Falle eines Brandes. Brände waren schon in der Antike häufige Katastrophen (z. B. der Brand Roms unter Kaiser Nero im Jahre 64) und auch im Mittelalter brannte es immer wieder in Städten und Dörfern. Man erließ also sehr früh Vorschriften, die man in der Regel sehr genau nahm. Denn wer dagegen verstieß, wurde meist recht hart bestraft. Wenn man sich vorstellt, dass Häuser aus Holz gebaut waren, die Dächer meist mit Stroh, Schilf oder Holzschindeln gedeckt waren, auf offenem Feuer gekocht wurde und Kerzen- bzw. Öllichter die einzigen Lichtquellen waren, kann man ermessen, wie groß die Gefahr eines Feuerausbruches war. So wurde z. B. der Gebrauch des Spanlichtes verboten und man mußte das Kerzenlicht in einer Laterne aufbewahren. Bei den Feuerbeschauern wurde peinlich genau auf die Einhaltung der Vorschriften geachtet. Und so ist es sicherlich vorstellbar, dass im Jahre 1850 der Graf Reisach für seinen Hof und das Dorf Steinberg den Feuerschutz organisierte und offiziell eine Wehr gründete. Denn in diesen Jahren wurden auch von den Ämtern und Behörden den Ortsbewohnern genaue Vorschriften gemacht. So mußte beispielsweise jeder Hausbesitzer Feuerpatschen und wasserdichte Feuerkübel jederzeit griffbereit im Hausgang aufhängen. Wohlhabende Gemeinden konnten sich in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts sogar schon Löschmaschinen leisten. Der Burglengenfelder Distriktrat hatte 1870 beschlossen, dass jede der 53 Gemeinden im Burglengenfelder Bezirksamte eine Saug- und Druckspritze erhalten sollte. Steinberg erhielt die Pumpe Nummer 46, die fünf Jahre später eintraf und heute noch vorhanden ist. Im Jahre 1904 wurde sie durch eine modernere ersetzt, die von vier Pferden gezogen werden konnte.

Fest steht jedenfalls, dass man 1912 ein Feuerwehrhaus baute. Als man mit Schreiben vom 23. Juli 1912 der Gemeindeverwaltung seitens des Bezirksamtes mitteilte, dass die Anfertigung des Feuerhauses in Steinberg "dringend empfohlen" wird und dass das Haus auf jeden Fall mit einer doppelten Ziegelwahndung und gutem Steinfußboden zu versehen ist, kam schon vier Tage später die überraschende Antwort von Bürgermeister Weiß, "dass das Feuerhaus bereits fertig ist". Weiter schrieb das damalige Gemeindeoberhaupt: "Die Ausführung in Steinfach wäre zu teuer gekommen, weshalb dasselbe in Bretterverschalung ausgeführt wurde. Das Haus wurde mit Geiselhöringer Falzziegeln gedeckt und der Fußboden betoniert".
Anscheinend war darüber das Bezirksamt Burglengenfeld nicht gerade erfreut, denn auf eine entsprechende Anfrage heißt es: "ein Zuschuss kommt nicht in Frage". Am 2. August "erlaubt man sich die ergebenste Anfrage" seitens der Gemeinde, "ob das Neuerbaute Feuerhaus durch den Bezirksbaumeister eingesehen wird. Mit dem Hersteller dieses Feuerhauses wurde nämlich vereinbart, dass er für alle Kosten ... aufzukommen hat und wurden deshalb ... 20 Mark zurückbehalten. Urban verlangt nun auch dieses Geld. Man bittet um baldige Beantwortung und möchte Bezirksbaumeister... das Feuerhaus recht bald einsehen".
Am 8. August lautete dann die "baldige Beantwortung" kurz und bündig:,,... mit dem Beifügen, dass eine Baukontrolle durch den Bezirksbaumeister nicht stattfindet". Warum dies nicht geschah und wie es weiterging, ist uns nicht bekannt. Ebenso wenig wissen wir über die verantwortlichen Leute in diesem Zeitraum.

Jedenfalls scheint es so zu sein, dass nach dem 1. Weltkrieg ein Mann als 1. Kommandant die Spitze der Steinberger Wehr kam, der diese fast drei Jahrzehnte in diesem Amte entscheidend mitprägte: Josef Kimmerl. Leider fehlen in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen auch gesicherte mündliche Überlieferungen, so dass fast gar nichts über diesen Zeitabschnitt ausgesagt werden kann. Schriftliche Aufzeichnungen begegnen uns dann wieder im Dritten Reich, wobei wohl vor Kriegsausbruch Peter Drexler "Feuerwehrchef" war.

Am 25. Mai 1941 beantragte der Steinberger Bürgermeister Hiltl beim Kreisfeuerwehrführer des Landkreises Burglengenfeld eine Motorspritze und bat um die Bestätigung der Notwendigkeit dieser Spritze und um Weiterleitung an den Landrat Burglengenfeld sowie um die "Zuweisung der erforderlichen Kontrollnummer durch den Reichsführer der SS". Der Kreisführer befürwortete die Anschaffung einer Trag-Kraftspritze, "insbesondere auch wegen der Nähe größerer Industriewerke". Neben der Motorspritze wurde im übrigen auch der Ankauf von 105 Metern B-Druckschläuchen beschlossen. Der Bayerische Staatsminister des Innern teilte die Bezuschussung in Höhe von 1000 Reichsmark mit (= wohl der30%ige Staatszuschuss). Einige Monate später wurde seitens der Behörden in den einzelnen Gemeinden des Feuerlöschwesen im Krieg überprüft.
Dazu teilte die Steinberger Gemeinde am 17.11.1942 mit:"
1. Der Personalstand der Steinberger Feuerwehr ist ausreichend.
2. Die Alarmierung der hiesigen Feuerwehr erfolgt durch einen ausgebildeten Hornisten.
3. Brandwachen werden an Sonn- und Feiertagen gestellt.
4. Feuerlöschgeräte und Schläuche in gepflegtem und gebrauchsfertigem Zustand. Eine Motorspritze wurde bestellt, ist aber noch nicht eingetroffen.
5. Unsere Löschwasserversorgung ist ausreichend."

Das Eintreffen der Motorspritze ließ dann noch eine ganze Weile auf sich warten. Am 8.3.1942 beklagt man: "die Kraftspritze einschließlich Schlauchmaterial ist bis jetzt nicht eingetroffen". Als man bei er Lieferfirma in München nachfragt, stellt sich heraus, dass man hier noch gar keine Anweisung auf Belieferung erhalten hat. Außerdem, so die Auskunft der Firma, müßte man jetzt die Luftgefährdeten Gebiete vordringlich beliefern. Dennoch bittet der Bürgermeister nochmals eindringlich: "wir aber brauchen die Geräte ebenfalls dringend, da die alten ziemlich unbrauchbar sind". Aber es kam noch schlimmer, da man die Lieferfirma wechseln mußte und deshalb wieder eine Reihe von Schreiben notwendig wurden. Aber dann schaltet sich der Inspekteur er Ordnungspolizei Wehrkreis XIII in Nürnberg ein und teilt dem Landrat am 12. August 1942 mit, "dass ich die Fa. Balcke angewiesen habe, die TS mit TSA für die Gemeinde Steinberg vordringlich zu liefern. Bei den bekannten Schwierigkeiten der Fertigung und Materialbeschaffung kann ein bestimmter Liefertermin jedoch nicht versprochen werden. Die Gemeinde Steinberg muß sich entsprechend gedulden. Ich bitte von weiteren Rückfragen abzusehen". Dies war dann auch nicht mehr notwendig, denn anfangs September teilte Hiltl dem Landrat mit, dass die Kraftspritze angekommen ist. "Am Samstag, den 5. 9., habe ich die Maschine nach Steinberg befördern lassen." Die Freude war doppelt groß, denn kurz zuvor war das Gerätehaus mit Schlauchtrockenturm fertig gestellt worden.

Nun, wenige Jahre später war das "1000jährige" Reich schon wieder zu Ende und auch in Steinberg atmete man auf. Allmählich heilten die Wunden des 2. Weltkrieges und auch das Vereinsleben kam allmählich wieder in Gang. Die Feuerwehr war an vorderster Stelle und so lud man bereits 1950 zum großen Fest nach Steinberg ein, das freilich den nachfolgenden Feuerwehrgenerationen etliche Schwierigkeiten bereitete.

Eine Wachablösung gab es an der "Kommandantur" 1958, als Max Hauzenberger den um das Feuerwesen verdienten Martin Rothut ablöste. Als Vorstand fungierte Johann Wagner. Ab 1959-1962 hieß dann das Führungsgespann Martin Rothut (Vorstand) und Max Hauzenberger (Kommandant).

Ein bedeutendes Jahr für die Steinberger Wehr war 1961, denn im Zuge der Eingemeindung von Oder nach Wackersdorf bzw. Steinberg traf sich die Feuerwehr Oders am 17. September dieses Jahres. Wie der damalige 1. Kommandant Josef Sieß schriftlich festhielt, dass man die Feuerwehr "nach demselben Prinzip" aufteilen solle. Die Kasse ging je zur Hälfte an die Feuerwehr in Wackersdorf bzw. Steinberg. Von den ursprünglich 20 Uniformen behielt man sechs in Oder. An Inventar war nicht allzu viel da. "Löschgerät und Schlauchmaterial sind vollständig veraltet und unbrauchbar. Die weitere Verwendung ist Sache der Gemeinden", schrieb der damalige Chronist.

Damit wurde eigentlich ziemlich abrupt eine Wehr aufgelöst, die drei Jahre vorher, am 20. Juli 1958 noch ein großes Fest gefeiert hatte, nämlich die Weihe der neuen Fahne. Interessant dabei ist, dass der Schaft derselbe ist, der 1909, vier Jahre nach der Gründung der Wehr, bereits die erste Fahne getragen hat, die man dann getreulich nachbildete. Patenverein war die Steinberger Wehr, ohne dass damals jemand ahnte, dass drei Jahre später das Patenkind "einverleibt" würde. Der jetzige Steinberger Pfarrer Michael Gschwendtner hatte die Fahne in einer feierlichen Feldmesse geweiht, nachdem man zuvor in den Gemeindeteilen Oder, Heselbach und Waldheim zum Weckruf geblasen hatte. Bürgermeister Woppmann entbot mit Fahnenmutter Anna Vetterl und Vorstand Josef Vettert den Willkommensgruß, während Lehrer Paulus einen Rückblick auf die Geschichte der Oderner Wehr gab. Leider ist uns über diese 56jährige Geschichte recht wenig bekannt. So soll wenigstens die letzte Vorstandschaft genannt sein, die am 15.3.1959 gewählt wurde: 1. Kommandant Josef Sieß (sein langjähriger Vorgänger war Georg Haller), 2. Kommandant Josef Resnischeck, Vorstand Josef Mauerer, Schriftführer Wilhelm Diermeier, Vereinsdiener Johann Friedrich. Nun, heute gehört die Feuerwehr Oder schon der Erinnerung nur mehr der älteren Generation an, die Fahne jedoch wird von den Steinbergem sicher auch in Zukunft in Ehre gehalten werden.

Im darauf folgenden Jahr fand die Übergabe und Einsegnung eines neuen Tragkraft-Spritzenfahrzeuges statt. Bürgermeister Wagner konnte dazu auch Landrat Dr. Haschke begrüßen, der den Steinberger Feuerwehrmännern und dem Gemeinderat Dank und Anerkennung zollte. Dieses Löschfahrzeug, die nach den neuesten feuerwehrtechnischen Erkenntnissen erstellte Magirus-Tragkraftspritze TS 8/8 mit 34 PS-VW-Motor, war das erste seiner Art in der Oberpfalz und galt vor nunmehr knapp 20 Jahren als ideales Gerät, wobei die Pumpe über eine Nennleistung von 800 l/min, verfügte. 1963/64 übernahm dann der bisherige Kommandant Max Hauzenberger den Vorstandsposten, den er bis 1973 behielt. Kommandant in der ersten Legislaturperiode war Johann Mandl, der dann 1965 aus Arbeitsüberlastung zurücktrat. Bei der Generalversammlung am 1. Mai im Fenzl-Saal jedoch scheiterte die Neuwahl eines Kommandanten und erste Zeichen einer Krise schienen sich anzudeuten: "In den Vordergrund" stellte Vorstand Max Hauzenberger "die drei Leistungsgruppen, die im Vorjahr mit Erfolg ihre Prüfung ablegten. Sehr gut abgeschnitten haben die Wehrleute auch bei einer Übung in Dachelhofen und Alberndorf. Warum dann plötzlich die Aktivität nachließ und selbst die Monatsübungen immer schlechter besucht wurden, konnte nicht ermittelt werden. Es wäre an der Zeit, dass die Kameraden den Ernst der Situation erkennen würden und künftig das notwendige Interesse wieder zeigen". So schilderte der damalige Presseberichterstatter die Lage der Steinberger Wehr. Nun, mit Walter Christi fand man wieder einen Kommandanten, den 1967 Konrad Woppmann ablöste. Auch er kritisierte bei der Mitgliederversammlung 1970 den schlechten Besuch der Übungen, hoffte aber, dass diese "Flaute" nur vorübergehend sei. Doch die Hoffnung trog, denn im Folgejahr legten der 1. und 2. Kommandant, der Vereinsdiener und der Kassier ihre Ämter aus den verschiedensten Gründen nieder.

Wehmütig wird Johann Kimmerl, der 1970 zum Dank für seine 25jährige Aktivität als Kommandant zum Ehrenkommandant ernannt wurde, an vergangene bessere Zeiten zurückgedacht haben. Nun zunächst sprangen einige Wehrmänner als "Notmannschaft" in die Bresche, um den Fortbestand zu gewährleisten. In einer Verwaltungsratssitzung am 11. 8.1970 erklärte sich Johann Mandl bereit, für das laufende Jahr als 1. Kommandant zu fungieren, und Josef Beer als sein Stellvertreter. So mußte am 8. März 1971 eine Ergänzungswahl durchgeführt werden, die folgendes Ergebnis hatte: 1. Kommandant Siegfried Frankerl. 2. Kommandant Johann Mandl. Unterkassier und Vereinsdiener Franz Scharf. Zeugwart Albert Rester, Vertrauensleute Franz Wiendl und Sebastian Scharf. Zusammen mit den anderen bewährten Kräften schien die Steinberger Feuerwehrkrise gemeistert, doch schon zwei Jahre später standen wieder Neuwahlen auf dem Programm, da der 1. Kommandant seinen Rücktritt erklärt hatte. Der wieder gewählte Vorstand Max Hauzenberger zeigte sich sehr optimistisch, dass es mit der Steinberger Wehr mit der neuen schlagkräftigen Mannschaft wieder aufwärts gehe. Aber die Krise war noch immer nicht zu Ende: knapp 1 1/2 Jahre später trat außer dem 1. Vorstand die komplette Vorstandschaft zurück. Grund war der Missbrauch der Feuerwehrpumpe und einige andere Umstände. Nach einer teilweise heftigen und hektischen Diskussion hatte man wieder einmal eine neue Vorstandschaft. Dem Kern dieser 1974 gewählten Feuerwehrführung kommt das Verdienst zu, endlich wieder Ruhe in die Reihen der Wehr gebracht zu haben und unbestreitbar eine Aufwärtstendenz, die bis heute anhält, eingeleitet zu haben.

Dies war am 22. 9.1974 die neue Mannschaft der damals 282 Mann starken Feuerwehr:
Vorsitzender Franz Drexler.
1. Kommandant Rudi Baumer.
2. Kommandant Konrad Woppmann.
Schriftführer Johann Mühl.
Kassenwart Josef Weiß.
Gerätewart Fritz Hauzenberger.
Vertrauenspersonen Adolf Schneider, Josef Haller, Richard Merl und Xaver Hummel.

Auch das durch die Vorfälle, die zum Rücktritt der Vorstandschaft geführt hatten, getrübte Verhältnis zur Gemeinde wurde allmählich wieder völlig störungsfrei und kann derzeit sogar als sehr harmonisch bezeichnet werden. Auch die Jugendarbeit wird nunmehr forciert. Am 23. 5.1975 legten zehn junge Wehrmänner das Jugendleistungsabzeichen ab, wofür Kommandant Baumer besonders den Ausbildern Johann Mühl und Konrad Woppmann dankte.
Im selben Jahr wurde auch der Antrag auf Ankauf eines neuen Löschfahrzeuges gestellt. In dieser Zeit wurden auch einige Leistungsabzeichen-Gruppen ausgebildet und Josef Weiß wird für 30jährige Kassenführung zum Ehrenmitglied ernannt. Max Hauzenberger ernennt man ebenfalls im Rahmen eines großen Ehrenabends zum Ehrenvorstand. Die an diesem Tag geplante Fahrzeugweihe mußte wegen Terminschwierigkeiten der Lieferfirma verschoben werden. Jedenfalls konnte man bei der Jahreshauptversammlung im Dezember 1977 eine recht positive Bilanz ziehen und nicht umsonst bezeichnete Bürgermeister Max Hauzenberger dieses Jahr "als Meilenstein in der Einsatzbereitschaft der Steinberger Wehr".

Im kommenden Jahr zog man Erkundigungen zwecks Restaurierung der Vereinsfahne ein, aber die hohen Reparaturkosten (2.500,- DM) führten dazu, dass man einstimmig beschloss, eine neue Fahne anzuschaffen und damit begannen auch die intensiven Vorbereitungsarbeiten für das Fest 1980.